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Endlich wieder Himmelsbeobachtungen in der Sternwarte

2022 Sternwarte 03Nach fast 2,5 Jahren war es am Freitag den 08.07.2022 wieder soweit. In der Sternwarte konnte wieder ein Beobachtungstermin stattfinden und die somit erfolgreiche Kooperation zwischen der Astronomie-AG der Universität Kaiserlautern (SAGA) und der Bertha von Suttner IGS fortgesetzt werden. Durch die Coronapandemie waren in der Zwischenzeit leider keine Veranstaltungen mehr möglich. Auch der heutige Termin war wieder voll besetzt, sehr schnell waren die verfügbaren Plätze in der Kuppel ausgebucht. Neben Schüler*innen der „Bertha“ waren auch wieder viele externe Besucher mit dabei. Speziell für die 10. Klassen sollte der Beobachtungstermin die Inhalte zum Thema Astronomie ergänzen und für interessierte Schüler*innen ein vertiefendes Angebot bieten.

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(Bild 1) Mondoberfläche mit Kratern bei seitlichem Lichteinfall mit der Handy-Kamera aufgenommen.
(Bild 2) Vergleich: Foto des Saturn von der Raumsonde Cassini und durch das Teleskop in der Sternwarte.

 

Das Wetter spielte sehr gut mit, obwohl zunächst am späteren Nachmittag sehr viele Wolken aufzogen, diese sich dann aber im weiteren Verlauf des Tages wieder verzogen. Einerseits natürlich jahreszeitlich bedingt, andererseits aber (zumindest scheinbar) auch durch die verstellte Uhrzeit aufgrund der sich längst als sinnwidrig erwiesenen „Sommerzeitverordnung“, wird es momentan erst sehr spät dunkel. Um 22:00 Uhr ging es dann aber los. Nach einigen einführenden Informationen zur Sternwarte und zum Teleskop stellte sich auch schnell die Frage nach deren Zukunft. Durch den Neubau des Fachklassengebäudes und dem anstehenden Abriss des alten Gebäudes ist am weiteren Bestand der Beobachtungskuppel momentan leider noch ein großes Fragezeichen. Wir hoffen sehr, dass ein geeigneter Standort gefunden wird, leider kann die Kuppel aus Kostengründen nicht auf dem Dach des Neubaus platziert werden. Wir hoffen auf eine geeignete Lösung für unser Observatorium. Es wäre sehr schön auch künftig die so erfolgreiche Kooperation der Bertha von Suttner-IGS mit der Astronomie-AG der Universität Kaiserslautern weiter fortzuführen.

Das weitere Programm des Abends sah dann zunächst die Beobachtung des Mondes und der später die noch sichtbar werdenden Planeten Saturn und Jupiter vor. Die noch verbleibende Helligkeit wurde zunächst genutzt, um sich mit dem Teleskop vertraut zu machen. Am Beispiel des 1,5 km entfernten Humberg wurde das Vergrößerungsvermögen des Teleskops demonstriert. Kurze Zeit später war es dann auch dunkel genug und die Beobachtung des Mondes mit den gut sichtbaren Kratern konnte starten. Die Besucher konnten dabei auch mit einer speziellen Halterung für Smartphones einige Bilder machen. Neben dem Mond waren später auch die Planeten Saturn und Jupiter mit ihren Monden Teil der Beobachtungen bei der Veranstaltung. Im Gegensatz zur Erde haben die beiden Planeten nicht nur einen Mond. Die Anzahl der Monde von Saturn liegt bei 82, Jupiter hat 80 Monde.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch wieder interessante Fragen aufgeworfen. Der Mond war zunächst im Mittelpunkt des Interesses. Wir sehen dabei von der Erde aus immer die gleiche Seite des Mondes. Grund dafür ist die synchronisierte Rotation des Mondes. Er weist der Erde dadurch immer dieselbe Seite zu. Der Grund dafür ist, dass seine Rotationsdauer und seine Umlaufzeit gleich sind. Hierbei stellte sich auch die Frage nach der Orientierung der Mondachse. Diese ist gegen die Pole der Ekliptik um ca. 1,5° geneigt, die Neigung der Erdachse ist mit 23,4° vergleichsweise deutlich größer. Weiterhin umläuft der Mond die Erde nahezu kreisförmig. Die Bahnebene ist dabei um ca. 5° gegen die Erdbahnebene geneigt. Das führt dazu, dass wir beispielsweise nicht in jedem Monat eine Mond- bzw. Sonnenfinsternis beobachten können.

Gegen 23:30 Uhr wurde dann auch der Saturn sichtbar. Durch das Teleskop konnten einige Monde des Planeten und auch seine Ringe sehr deutlich beobachtet werden. Die Ringe des Saturn bestehen aus sehr vielen kleinen Gesteinsbrocken, die den Saturn umkreisen. Die Größe dieser Partikel reicht von kleinen Staubteilchen bis zu Gesteinsbrocken mit mehreren Metern Durchmesser. Sie bestehen im Wesentlichen aus Eis und Gestein. Aus der Ferne betrachtet erscheinen sie aufgrund der großen Anzahl als geschlossener ringscheibenförmiger Körper.

Später kam dann auch noch der Jupiter zum Vorschein. Seine strukturierte Gasoberfläche und die galileischen Monde waren mit dem Teleskop sehr gut auszumachen.

Besonderer Dank geht an die Astronomie-AG der Universität Kaiserslautern (SAGA) für die Bereitstellung des Teleskops durch Hr. Prof. Oesterschulze (Uni KL) in der Beobachtungskuppel im Schulzentrum Süd. Weiterhin möchte ich mich bei Hr. Dr. Christian Anders dafür bedanken, dass auch bei dieser Veranstaltung unsere Zusammenarbeit als Moderatorentandem wieder sehr gut funktioniert hat und bei den Besuchern für die Rückmeldungen der Handyfotos von der Veranstaltung.

Sternwarte Kaiserslautern/Schulzentrum Süd

(Dr. Andreas Rueff, Bertha von Suttner IGS)

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